Ausführungsplanung

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Aus Plänen wird Realität – dafür braucht es detaillierte Ausführungsplanung in der Architektur.

Dieser Überblick führt durch die wichtigsten Themen.

Die Ausführungsplanung ist die präzise Durcharbeitung der Planung und liefert alle Informationen, die Handwerker und Bauunternehmen für die Bauausführung benötigen.

Sie klärt Verantwortung, Rollen und die Schnittstelle zur Bauleitung.

Für Bauherren bedeutet sie: Sicherheit, dass gebaut wird, was geplant wurde.

Sie ist außerdem die Grundlage für Ausschreibung und die Objektüberwachung.

Kurz gesagt

Ausführungsplanung übersetzt den Entwurf in baubare Details. Sie klärt Anschlüsse, Materialien und Gewerke-Schnittstellen. Ohne ausreichende Details steigen Nachträge und Fehler.

Einordnung

Was die Ausführungsplanung umfasst

  • Detaillierte Grundrisse: Alle Maße, Anschlüsse und Details für die Ausführung
  • Konstruktionszeichnungen: Detaillierte Pläne für alle Bauteile und Konstruktionen
  • Detailzeichnungen: Kritische Bereiche wie Anschlüsse, Übergänge, Details
  • Materialangaben: Spezifikationen für alle verwendeten Materialien
  • Koordinierungspläne: Abstimmung verschiedener Gewerke (z.B. Elektro, Heizung, Sanitär)

Was die Ausführungsplanung leistet und warum sie wichtig ist

Unterschied zur Genehmigungsplanung:

Sie geht ins Detail:

Alles, was für die Umsetzung relevant ist, ist enthalten.

Eine sorgfältige Ausführungsplanung verhindert Missverständnisse und Fehler auf der Baustelle.

Sie sorgt dafür, dass alle Beteiligten dasselbe Verständnis haben und dass das Ergebnis dem entspricht, was geplant wurde.

Die Ausführungsplanung ist die Grundlage für:

Sie ermöglicht es:

Sie schafft auch Kostensicherheit:

Detaillierungsgrad

Die Ausführungsplanung sollte so detailliert sein, dass:

Nicht jede Detailfrage muss bereits in der Planung beantwortet sein – manche Entscheidungen können auch vor Ort getroffen werden.

Praxis-Hinweis

Was muss genau geplant sein? Was kann vor Ort entschieden werden?

Eine gute Ausführungsplanung findet die richtige Balance – detailliert genug, um Missverständnisse zu vermeiden, aber nicht so detailliert, dass sie unflexibel wird.

Schnittstelle zur Bauleitung

Die Ausführungsplanung ermöglicht die Objektüberwachung.

Sie ermöglicht es:

Ohne detaillierte Ausführungsplanung ist eine qualifizierte Bauleitung kaum möglich.

Die Planung muss so präzise sein, dass:

Kostenermittlung

Eine detaillierte Ausführungsplanung ermöglicht:

Die Ausführungsplanung ermöglicht:

Alle Materialien, alle Konstruktionen, alle Details sind bekannt – damit können die Kosten präzise ermittelt werden.

Das verhindert Überraschungen bei der Schlussrechnung.

Grundlage für Ausschreibung und Vergabe

Wenn alle Details geklärt sind:

Das führt zu:

Typische Herausforderungen

Balance beim Detaillierungsgrad

Die Ausführungsplanung muss die richtige Balance finden:

Eine gute Ausführungsplanung ist detailliert genug, um Missverständnisse zu vermeiden, aber nicht so detailliert, dass sie unflexibel wird.

Abstimmung verschiedener Gewerke

Die Ausführungsplanung muss zeigen, wie verschiedene Gewerke ineinandergreifen – etwa wie Elektrik und Installationen koordiniert werden.

Dies erfordert:

Bestandsintegration

Besonders bei Umbauprojekten oder Sanierungsprojekten muss die Ausführungsplanung zeigen, wie neue Elemente in den Bestand integriert werden.

Sie muss detaillierte Anschlüsse und Integration planen.

Das erfordert sorgfältige Planung und detaillierte Anschlüsse.

Typische Fragen von Bauherren

Was ist die Ausführungsplanung?

Die Ausführungsplanung ist die detaillierte Planung für die Bauausführung.

Sie überführt den Entwurf ins Detail und erstellt alle notwendigen Pläne, Detailzeichnungen und Leistungsverzeichnisse für die Vergabe und Ausführung.

Wie lange dauert die Ausführungsplanung?

Die Bearbeitungsdauer variiert je nach Komplexität.

Einfache Projekte können bei optimalen Bedingungen in zwei bis drei Monaten geplant werden, häufig dauert die Ausführungsplanung jedoch länger.

Komplexere Vorhaben benötigen deutlich mehr Zeit.

Die Ausführungsplanung ist die aufwendigste Planungsstufe.

Was gehört zur Ausführungsplanung?

Zur Ausführungsplanung gehören detaillierte Pläne, Detailzeichnungen, Leistungsverzeichnisse, Materialangaben und Abstimmung mit Fachplanern.

Diese Unterlagen ermöglichen die Vergabe und die Bauausführung.

Zusammenfassung

Die Ausführungsplanung ist der Schritt, der aus einer genehmigten Planung eine umsetzbare Bauanleitung macht.

Sie schafft die Voraussetzung dafür, dass das Bauvorhaben reibungslos und qualitätsvoll umgesetzt werden kann – ohne Überraschungen, ohne Missverständnisse, ohne teure Nachbesserungen.

Sie ermöglicht die Bauleitung und die präzise Kostenberechnung.

Quellen und Rechtsgrundlagen

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Über den Autor

Benjamin Schels, Architekt M.A., ist Inhaber des Architekturbüro Schels mit Sitz in Wolnzach (Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm).

Die Inhalte dienen der sachlichen Orientierung und ersetzen keine individuelle Prüfung eines konkreten Bauvorhabens. Maßgeblich sind die jeweils geltenden gesetzlichen und örtlichen Regelungen (überwiegend Bayern).

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