Bauweisen beim Neubau

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Beim Hausbau stellt sich die Frage nach der richtigen Bauweise.

Beim Neubau stehen verschiedene Bauweisen zur Auswahl: Massivbau mit Ziegel oder Kalksandstein, Holzbau oder Fertighaus.

Jede Bauweise hat Vor- und Nachteile, unterschiedliche Kosten und passt zu unterschiedlichen Bedürfnissen – der Vergleich ist daher zentral.

Die Wahl der Bauweise beeinflusst:

Eine fundierte Abwägung ist daher wichtig.

Die wichtigsten Bauweisen im Vergleich

  • Massivbau: Ziegel, Kalksandstein, Beton – traditionell, langlebig, wertbeständig
  • Holzbau: Nachhaltig, schnell, gute Energieeffizienz, besondere Anforderungen an Schallschutz
  • Fertighaus: Vorgefertigt, kurze Bauzeit, standardisiert, weniger individuell
  • Entscheidungskriterien: Kosten, Bauzeit, Individualität, Nachhaltigkeit, Wertentwicklung

Massivbauweise (Ziegel, Kalksandstein, Beton)

Die Massivbauweise ist die traditionelle Bauweise in Deutschland. Wände und Decken werden aus massiven Materialien wie Ziegel, Kalksandstein oder Beton direkt auf der Baustelle errichtet.

Vorteile der Massivbauweise:

Nachteile der Massivbauweise:

Kosten Massivbau:

Die Baukosten für ein Massivhaus liegen typischerweise bei etwa 1.500 bis 2.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche als grobe Orientierung.

Die Kosten hängen ab von:

Die Kosten können variieren:

Die tatsächlichen Kosten hängen von vielen Faktoren ab.

Holzbauweise

Die Holzbauweise nutzt Holz als Hauptbaustoff.

Es gibt verschiedene Varianten:

Holzhäuser können vor Ort gebaut oder als Fertighäuser vorgefertigt werden.

Vorteile der Holzbauweise:

Nachteile der Holzbauweise:

Kosten Holzbau:

Die Baukosten für ein Holzhaus liegen typischerweise bei etwa 1.200 bis 1.800 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Fertighäuser in Holzbauweise können kostengünstiger sein, da die Vorfertigung im Werk effizienter ist. Die Kosten hängen stark von der Ausstattung und der Art der Holzbauweise ab.

Fertighäuser

Fertighäuser bestehen aus:

Sie können sowohl in Holz- als auch in Massivbauweise realisiert werden.

Vorteile von Fertighäusern:

Nachteile von Fertighäusern:

Kosten Fertighaus:

Die Baukosten für ein Fertighaus liegen typischerweise bei etwa 1.200 bis 1.700 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Die Kosten können je nach Ausstattung, Hersteller und Art der Bauweise variieren. Fertighäuser bieten oft eine gute Kostenkontrolle, da viele Leistungen im Festpreis enthalten sind.

Kostenvergleich

Die Baukosten variieren je nach Bauweise, Ausstattung, Region und individuellen Wünschen.

Grob orientieren kann man sich an folgenden Richtwerten für ein Einfamilienhaus:

Wichtig

Diese Angaben beziehen sich auf die reinen Baukosten (ohne Grundstück, Erschließung, Außenanlagen). Die tatsächlichen Kosten können je nach Ausstattung, Region und den eigenen Wünschen deutlich variieren.

Langfristig können Massivhäuser kosteneffizienter sein durch:

Auch wenn die initialen Baukosten höher sind, hilft eine realistische Kostenermittlung und Kostenbasis bei der Entscheidung.

Was passt zu welchem Bauherren?

Die Wahl der Bauweise hängt von verschiedenen Faktoren ab:

Massivbau passt zu:

Holzbau passt zu:

Fertighaus passt zu:

Kombinationen und Mischformen

Es gibt auch Mischformen und Kombinationen verschiedener Bauweisen. Beispielsweise kann ein Haus in Massivbauweise errichtet werden, während das Dachgeschoss in Holzbauweise ausgeführt wird. Oder ein Fertighaus kann in Massivbauweise realisiert werden.

Die Architekturplanung kann helfen, die passende Bauweise für das konkrete Projekt zu finden. Ein Architekt kann die Vor- und Nachteile der verschiedenen Bauweisen im Kontext des Vorhabens abwägen.

Entscheidungshilfe

Bei der Entscheidung für eine Bauweise sollten folgende Fragen geklärt werden:

Diese Fragen sollten im Rahmen der Architekturplanung geklärt werden.

Eine frühe Architekturplanung und Beratung kann helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Ein Architekt kann die verschiedenen Bauweisen im Kontext des konkreten Projekts bewerten und Empfehlungen geben.

Typische Fehler bei der Bauweisenwahl

Typische Fragen von Bauherren

Welche Bauweisen gibt es für Neubau?

Gängige Bauweisen sind Ziegelbau, Holzbau, Fertighaus und Massivbau. Jede Bauweise hat Vor- und Nachteile bei Kosten, Bauzeit, Energieeffizienz und Gestaltungsmöglichkeiten. Die Wahl hängt von persönlichen Präferenzen und Rahmenbedingungen ab.

Wie wähle ich die richtige Bauweise?

Die Wahl hängt ab von:

Ein Architekt kann bei der Entscheidung helfen und die Vor- und Nachteile der verschiedenen Bauweisen erläutern.

Ist eine Bauweise billiger als die andere?

Die Kosten hängen von vielen Faktoren ab. Fertighäuser können bei der Bauzeit Vorteile haben, Massivbau bei der Langlebigkeit. Eine realistische Kostenschätzung vergleicht verschiedene Bauweisen und berücksichtigt alle Kostenfaktoren.

Zusammenfassung

Die Wahl der Bauweise beeinflusst Baukosten, Bauzeit, Langlebigkeit und Wertentwicklung eines Hauses. Massivbau, Holzbau und Fertighäuser haben jeweils ihre Vor- und Nachteile. Die Entscheidung sollte auf Basis der eigenen Bedürfnisse, des Budgets und der langfristigen Perspektive getroffen werden.

Eine fundierte Abwägung und frühe Architekturplanung helfen, die passende Bauweise zu finden. Ein Architekt kann bei der Entscheidung beraten und die verschiedenen Optionen im Kontext des Vorhabens bewerten.

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Über den Autor

Benjamin Schels, Architekt M.A., ist Inhaber des Architekturbüro Schels mit Sitz in Wolnzach (Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm).

Die Inhalte dienen der sachlichen Orientierung und ersetzen keine individuelle Prüfung eines konkreten Bauvorhabens. Maßgeblich sind die jeweils geltenden gesetzlichen und örtlichen Regelungen (überwiegend Bayern).

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