DIN 277

5 Min Lesezeit

DIN 277 ist eine deutsche Norm zur Flächenberechnung von Grundflächen und Rauminhalten von Bauwerken.

DIN 277 ist eine technische Norm, die als anerkannte Regel der Technik verwendet wird.

Die Norm hilft dabei, Flächen richtig zu benennen und zu rechnen – mit klaren Definitionen und einheitlichen Regeln.

Flächen nach Norm einordnen zu können, ist wichtig für Kostenermittlung und Planung.

Sie definiert Flächenbegriffe wie Bruttogeschossfläche (BGF) und Nettogeschossfläche (NGF).

Sie wird häufig als Grundlage für Kostenermittlung herangezogen.

Die HOAI verwendet anrechenbare Baukosten als Grundlage für Honorare, nicht direkt die BGF – die BGF kann jedoch bei der Kostenschätzung helfen, die wiederum Basis für die Honorarermittlung ist.

Der Unterschied zur WoFlV wird weiter unten erklärt.

Kurz gesagt

  • DIN 277 definiert Flächenbegriffe für Planung und Kosten.
  • BGF und NGF unterscheiden sich durch Konstruktionsflächen.
  • WoFlV gilt für Wohnfläche in Verträgen.
  • Anwendungszweck entscheidet über die Norm.
  • Einheitliche Regeln schaffen Vergleichbarkeit.

Die Wohnflächenverordnung (WoFlV) ist dagegen eine Rechtsverordnung für die Berechnung der Wohnfläche in Miet- und Kaufverträgen.

Beide Normen verwenden unterschiedliche Berechnungsmethoden und haben unterschiedliche Anwendungsbereiche.

Abgrenzung

DIN 277 ist eine technische Norm für alle Gebäudeflächen. WoFlV ist eine Rechtsverordnung für Wohnfläche in Verträgen. DIN 277 dient Planung/Kosten, WoFlV der vertraglichen Bewertung.

Was ist DIN 277?

DIN 277 (Grundflächen und Rauminhalte von Bauwerken im Hochbau) ist eine deutsche Norm, die einheitliche Regeln für die Berechnung von Flächen und Rauminhalten im Bauwesen festlegt. Sie wird vom Deutschen Institut für Normung (DIN) herausgegeben und wird häufig als Grundlage für Planung und Kostenermittlung herangezogen.

DIN 277 definiert verschiedene Flächenkategorien, die nach ihrer Funktion unterschieden werden:

Die wichtigsten Flächenbegriffe nach DIN 277

BGF – Bruttogeschossfläche

Die Bruttogeschossfläche (BGF) ist die Summe aller Geschossflächen eines Gebäudes, gemessen an den äußeren Begrenzungen.

Zur BGF zählen:

Die BGF wird häufig als Grundlage für die Kostenermittlung herangezogen. Viele Kostenfaktoren werden auf Basis der BGF berechnet. Details zur Berechnung und Abgrenzung bietet der Artikel BGF – Bruttogeschossfläche.

NGF – Nettogeschossfläche

Die Nettogeschossfläche (NGF) ist die Bruttogeschossfläche abzüglich der Konstruktionsflächen.

Die NGF umfasst ausschließlich nutzbare Flächen:

Die NGF wird berechnet, indem von der BGF die Konstruktionsflächen abgezogen werden (Außenwände, Innenwände, Stützen, Installationsschächte). Details zur Berechnung und Anwendung bietet der Artikel NGF – Nettogeschossfläche.

Nutzfläche, Verkehrsfläche, Funktionsfläche

Die NGF wird nach DIN 277 in drei Kategorien unterteilt:

DIN 277 vs. WoFlV – der Unterschied

DIN 277 und WoFlV (Wohnflächenverordnung) sind zwei unterschiedliche Systeme zur Flächenberechnung mit unterschiedlichen Anwendungsbereichen:

Zweck und Anwendung

DIN 277 wird verwendet für:

WoFlV wird verwendet für:

Berechnungsmethoden

DIN 277:

WoFlV:

Praxisbeispiel: Einfamilienhaus

BGF nach DIN 277: 250 m² (alle Geschosse, einschließlich Wände)

NGF nach DIN 277: 200 m² (BGF abzüglich Konstruktionsflächen)

Wohnfläche nach WoFlV: 128 m² (nur bewohnbare Flächen, anteilige Berechnung von Dachschrägen und Balkonen)

Die Wohnfläche ist deutlich kleiner als NGF und BGF, weil sie nach anderen Regeln berechnet wird.

Wann wird welche Norm verwendet?

Die Wahl der richtigen Norm hängt vom Zweck der Berechnung ab:

DIN 277 verwenden bei:

WoFlV verwenden bei:

Typische Fragen von Bauherren

Was ist der Unterschied zwischen BGF und NGF?

BGF (Bruttogeschossfläche) umfasst alle Geschossflächen einschließlich Wände und Konstruktionsflächen. NGF (Nettogeschossfläche) ist die BGF abzüglich der Konstruktionsflächen und umfasst nur die tatsächlich nutzbaren Flächen (Nutzfläche, Verkehrsfläche, Funktionsfläche).

Ist NGF dasselbe wie Wohnfläche?

Nein. NGF nach DIN 277 umfasst alle nutzbaren Flächen (Nutzfläche, Verkehrsfläche, Funktionsfläche). Die Wohnfläche nach WoFlV umfasst nur bewohnbare Flächen nach speziellen Regeln. Die NGF ist meist größer als die Wohnfläche.

Wann muss ich DIN 277 verwenden?

DIN 277 wird häufig als Grundlage für Kostenermittlung, Statik, Brandschutzplanung und allgemeine Planungszwecke herangezogen. Für Miet- und Kaufverträge wird dagegen die WoFlV verwendet.

Dachgeschoss: Wann ist es ein Aufenthaltsraum, wann zählt es zur Wohnfläche?

Eine häufige Verwirrung entsteht zwischen baurechtlichen Anforderungen (Aufenthaltsraum) und der Wohnflächenberechnung (WoFlV):

Ein Dachgeschoss kann zur Wohnfläche zählen, ohne baurechtlich Aufenthaltsraum zu sein – und umgekehrt. Details finden sich im Artikel Wohnfläche berechnen.

Zusammenfassung

DIN 277 ist eine technische Norm für die Flächenberechnung im Bauwesen und definiert Flächenbegriffe wie BGF, NGF, Nutzfläche, Verkehrsfläche und Funktionsfläche. Sie wird häufig als Grundlage für Kostenermittlung und Planungszwecke herangezogen.

Die WoFlV ist eine Rechtsverordnung für die Berechnung der Wohnfläche in Miet- und Kaufverträgen. Beide Normen verwenden unterschiedliche Berechnungsmethoden und haben unterschiedliche Anwendungsbereiche. Für Bauherren ist es wichtig zu wissen, welche Norm für welchen Zweck verwendet wird.

Weiterführende Artikel

Über den Autor

Benjamin Schels, Architekt M.A., ist Inhaber des Architekturbüro Schels mit Sitz in Wolnzach (Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm).

Die Inhalte dienen der sachlichen Orientierung und ersetzen keine individuelle Prüfung eines konkreten Bauvorhabens. Maßgeblich sind die jeweils geltenden gesetzlichen und örtlichen Regelungen (überwiegend Bayern).

Ich biete architektonische Beratungen mit definiertem Umfang zu Festpreisen an. Bei Unklarheiten klären wir das im kostenfreien Erstgespräch. → Kontakt aufnehmen

architekturbüro
schels