Planungsstufen Vorentwurf bis Ausführungsplanung erklärt
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Die Planungsstufen eines Bauvorhabens gliedern sich in Vorentwurf, Entwurf und Ausführungsplanung.
Jede Stufe hat einen eigenen Zweck und eine eigene Detailtiefe.
Die Planungsstufen von Vorentwurf bis Ausführungsplanung werden im Folgenden erklärt.
Änderungen sind möglich, werden aber später teurer.
Für die Kostenfolgen hilft der Artikel Kosten planen.
Kurz gesagt
- Vorentwurf: Varianten, Machbarkeit, erste Kostenschätzung.
- Entwurf: konkrete Lösung, Kostenberechnung, Koordination.
- Ausführung: Detailplanung für die Baustelle.
- Jede Stufe baut auf der vorherigen auf.
- Späte Änderungen sind deutlich teurer.
Vorentwurf – erste Ideen entwickeln
Der Vorentwurf prüft Varianten und klärt die Machbarkeit. Er zeigt die Grundzüge des Projekts, aber noch keine endgültigen Details.
Dazu gehören typischerweise:
- Grundrissvarianten
- erste Ansichten und Schnitte
- grobe Kostenschätzung
- erste Genehmigungsprüfung
Entwurf – die Lösung konkretisieren
Der Entwurf vertieft die gewählte Lösung. Grundrisse und Ansichten werden konkret, Kosten und Technik werden genauer bewertet. Der Entwurf ist Grundlage für die Genehmigungsplanung.
Der Entwurf enthält in der Regel:
- detaillierte Grundrisse und Schnitte
- Kostenberechnung
- Abstimmung mit Fachplanern
- konsistentes Raum‑ und Funktionskonzept
Ausführungsplanung – ins Detail gehen
Die Ausführungsplanung übersetzt den Entwurf in eine umsetzbare Bauanleitung. Sie klärt Anschlüsse, Materialwechsel und alle Detailpunkte für die Baustelle.
Die Ausführungsplanung enthält:
- Detailpläne im Maßstab 1 bis 1
- Anschlussdetails
- Koordination der Gewerke
- Grundlage für Ausschreibung und Ausführung
Übergaben zwischen Stufen
Zwischen den Stufen werden Entscheidungen festgeschrieben. Änderungen sind später möglich, aber teuer. Je klarer die Übergaben dokumentiert sind, desto stabiler wird der Ablauf.
Wichtig bei den Übergaben:
- Planstände eindeutig kennzeichnen
- Freigaben schriftlich dokumentieren
- Kostenstände je Stufe nachvollziehbar halten
Späte Änderungen vermeiden
Je weiter die Planung fortgeschritten ist, desto teurer werden Änderungen.
Besonders kritisch sind späte Anpassungen an:
- Grundriss
- Statik
- Technik
Weil sie viele Folgegewerke betreffen. Frühzeitige Abstimmung reduziert diesen Effekt.
Warum Änderungen später teurer werden
Je später eine Änderung kommt, desto mehr muss angepasst werden:
- Pläne
- Nachweise
- Abstimmungen
Vergleich:
- Im Vorentwurf: Eine Variante ist schnell geändert
- In der Ausführungsplanung: Jede Änderung beeinflusst viele Gewerke
Praxis-Hinweis
Entscheidungen im Vorentwurf sparen Zeit und Geld. Wer im Entwurf klare Entscheidungen trifft, vermeidet teure Änderungen in der Ausführung.
Übergänge und typische Fehler
Zwischen den Stufen treten häufig Rücksprünge auf, wenn:
- Kosten nicht passen
- Genehmigungsvorgaben nicht passen
Wichtig ist, dass Entscheidungen dokumentiert und Planstände sauber übergeben werden.
Typische Fehler in den Übergängen:
- Entwurf ohne belastbare Kostenberechnung freigeben
- Fachplaner zu spät einbinden
- Planstände nicht abgestimmt weitergeben
Typische Fragen von Bauherren
Was sind die Planungsstufen?
Die Planungsstufen sind Vorentwurf, Entwurf und Ausführungsplanung. Sie bauen aufeinander auf und werden von Stufe zu Stufe detaillierter. Der Vorentwurf zeigt erste Ideen, der Entwurf konkretisiert die Lösung, die Ausführungsplanung geht ins Detail.
Kann ich in jeder Stufe Änderungen machen?
Ja, Änderungen sind in jeder Stufe möglich, werden aber mit jeder Stufe teurer. Im Vorentwurf sind Änderungen einfach und günstig, in der Ausführungsplanung deutlich aufwendiger. Entscheidungen sollten frühzeitig getroffen werden.
Wie lange dauert jede Planungsstufe?
Die Dauer hängt von der Komplexität ab:
- Vorentwurf: Bei einfachen Vorhaben in wenigen Wochen
- Entwurf: Typischerweise ein bis drei Monate
- Ausführungsplanung: Zwei bis sechs Monate oder länger
Komplexere Vorhaben benötigen deutlich mehr Zeit.
Zusammenfassung
Vorentwurf, Entwurf und Ausführungsplanung sind die drei Planungsstufen mit klaren Aufgaben. Der Vorentwurf prüft Varianten, der Entwurf konkretisiert die Lösung und die Ausführungsplanung macht sie baubar.
Je früher Entscheidungen fallen, desto stabiler wird der Ablauf. Wer die Stufen sauber trennt, spart Zeit, Kosten und Abstimmungsaufwand.