HOAI – Honorarordnung für Architekten und Ingenieure

Die HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) ist eine bundesweit geltende Verordnung, die Planungsleistungen im Bauwesen strukturiert und beschreibt. Die HOAI regelt nicht frei verhandelbare Preise, sondern schafft einen verbindlichen Rahmen für Leistungen, Verantwortlichkeiten und die Honorarermittlung.

Für Bauherren bedeutet das vor allem eines:
Planungsleistungen sind klar definiert, vergleichbar und nicht willkürlich bepreist.

Warum es die HOAI gibt

Bauvorhaben unterscheiden sich erheblich in Größe, Komplexität und Risiko. Ohne ein einheitliches System wären Leistungen schwer abzugrenzen, Honorare kaum nachvollziehbar und Verantwortlichkeiten unklar.

Die HOAI schafft hier Ordnung. Sie legt fest:

Damit dient sie nicht der Preisfindung, sondern der Transparenz und Fairness – für Bauherren ebenso wie für Planer.

Leistungsphasen als strukturierter Ablauf

Die Architekturplanung ist in neun Leistungsphasen (LPH) gegliedert. Sie beschreiben den gesamten Planungs- und Realisierungsprozess eines Bauvorhabens. Eine detaillierte Erklärung aller neun Phasen finden Sie im Artikel Leistungsphasen nach HOAI.

Die HOAI ermöglicht Flexibilität: Nicht jedes Projekt umfasst alle Leistungsphasen. Je nach Aufgabenstellung können einzelne Phasen separat beauftragt oder sinnvoll vorgezogen werden.

Honorar: leistungsbezogen statt beliebig

Das Honorar eines Architekten entsteht nicht frei nach Ermessen. Die HOAI gibt einen verbindlichen Rahmen vor, innerhalb dessen das Honorar ermittelt wird. Maßgeblich sind unter anderem:

Das Honorar ist damit leistungsbezogen, nachvollziehbar und vergleichbar.
Ein höheres Honorar ergibt sich nicht aus Verhandlung, sondern aus mehr oder komplexeren Leistungen.

Für Bauherren bedeutet das Planungssicherheit:
Die Vergütung folgt der Aufgabe – nicht subjektiven Preisvorstellungen.

Verbindlichkeit für beide Seiten

Die HOAI ist kein unverbindlicher Richtwert, sondern ein rechtlich geregelter Rahmen. Sie stellt sicher, dass Planungsleistungen angemessen vergütet werden und dass Qualität nicht durch willkürliche Preisunterbietung unter Druck gerät.

Gleichzeitig schafft sie klare Erwartungen an den Leistungsumfang und die Verantwortlichkeiten im Projekt. Bauherren wissen, was sie für ihr Honorar bekommen – und Architekten wissen, was von ihnen erwartet wird.

Honorarermittlung in der Praxis

Die Honorarermittlung nach HOAI basiert auf mehreren Faktoren. Der wichtigste ist die anrechenbare Baukosten. Je höher die Baukosten, desto höher ist in der Regel auch das Honorar – aber nicht linear, sondern nach einer Staffelung, die größere Projekte relativ günstiger macht.

Weitere Faktoren sind:

Die HOAI gibt für jeden Faktor konkrete Werte vor. Das macht die Honorarermittlung nachvollziehbar und vergleichbar – für Bauherren ebenso wie für Architekten.

Typische Missverständnisse

Ein häufiges Missverständnis ist, dass die HOAI Preise festlegt. Das tut sie nicht – sie gibt einen Rahmen vor, innerhalb dessen das Honorar ermittelt wird. Die konkrete Höhe hängt von den Faktoren ab, die oben beschrieben wurden.

Ein weiteres Missverständnis ist, dass alle Leistungsphasen immer beauftragt werden müssen. Das ist nicht so – einzelne Phasen können separat beauftragt werden, je nach Bedarf. Die HOAI ermöglicht diese Flexibilität.

Ein drittes Missverständnis ist, dass die HOAI nur für Neubauten gilt. Das ist falsch – sie gilt auch für Umbauten, Sanierungen und andere Bauvorhaben im Bestand.

Konkrete Fragen von Bauherren

WAS KOSTET EIN ARCHITEKT NACH HOAI? Die Kosten richten sich nach den anrechenbaren Baukosten, dem Schwierigkeitsgrad und dem beauftragten Leistungsumfang. Die HOAI gibt für jeden Faktor konkrete Werte vor. Ein Architekt kann im Vorfeld eine Kostenschätzung erstellen, die zeigt, welche Kosten für die einzelnen Leistungsphasen zu erwarten sind. Die Kosten Architekt Leistungsphase 1–4 umfassen Grundlagenermittlung, Vorplanung, Entwurfsplanung und Genehmigungsplanung.

WIE LANGE DAUERT DIE PLANUNG NACH HOAI? Die Dauer hängt von der Komplexität des Vorhabens und den beauftragten Leistungsphasen ab. Die Leistungsphasen 1–4 können in drei bis sechs Monaten durchgeführt werden, komplexere Vorhaben benötigen entsprechend mehr Zeit. Die HOAI strukturiert den Prozess, gibt aber keine festen Zeitvorgaben vor.

MUSS ICH ALLE LEISTUNGSPHASEN BEAUFRAGEN? Nein, die HOAI ermöglicht es, einzelne Leistungsphasen separat zu beauftragen. Viele Bauherren beauftragen zunächst nur die Leistungsphasen 1–2 für eine erste Einschätzung, bevor sie sich für die vollständige Planung entscheiden. Das gibt Flexibilität und Planungssicherheit.

Typische Fehler und Missverständnisse

Ein häufiger Fehler ist, die HOAI als Preisinstrument zu verstehen. Das ist nicht so – die HOAI gibt einen Rahmen vor, innerhalb dessen das Honorar ermittelt wird. Die konkrete Höhe hängt von den Faktoren ab, die oben beschrieben wurden. Die HOAI schafft Transparenz, legt aber keine festen Preise fest.

Ein weiteres Missverständnis ist, dass die HOAI nur für Neubauten gilt. Das ist falsch – sie gilt auch für Umbauten, Sanierungen und andere Bauvorhaben im Bestand. Die HOAI strukturiert den Planungsprozess unabhängig von der Art des Vorhabens.

Ein drittes Missverständnis ist, dass die HOAI verhandelbar ist. Das ist nicht so – die HOAI ist eine bundesweit geltende Verordnung, die verbindliche Rahmenbedingungen schafft. Das Honorar wird innerhalb dieses Rahmens ermittelt, nicht frei verhandelt. Das schafft Fairness und Transparenz für beide Seiten.

Einordnung aus Architektensicht

Die HOAI ist dann sinnvoll, wenn ein Bauvorhaben strukturiert und nachvollziehbar geplant werden soll. Sie ist besonders wichtig bei komplexen Vorhaben, bei denen verschiedene Anforderungen zu berücksichtigen sind. Die HOAI sorgt dafür, dass der Planungsprozess transparent ist und dass Bauherren wissen, was sie für ihr Honorar bekommen.

Sie ist weniger sinnvoll, wenn das Vorhaben sehr einfach ist und keine besonderen Anforderungen hat. Aber auch hier kann die HOAI sinnvoll sein, um den Planungsprozess zu strukturieren und Transparenz zu schaffen.

Aus Architektensicht ist die HOAI ein bewährtes System, das den Planungsprozess strukturiert und für beide Seiten – Bauherren und Planer – Transparenz schafft. Sie sorgt dafür, dass Planungsleistungen angemessen vergütet werden und dass Qualität nicht durch willkürliche Preisunterbietung unter Druck gerät.

Einordnung

Die HOAI ist kein Preisinstrument, sondern ein Struktur- und Transparenzinstrument. Sie definiert, was ein Architekt leistet und wie sich das Honorar aus der Aufgabe ableitet – als Grundlage für eine faire, nachvollziehbare und belastbare Zusammenarbeit. Sie schafft Ordnung in einem komplexen System und sorgt dafür, dass Planungsleistungen angemessen vergütet werden – für Bauherren ebenso wie für Planer.

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